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26. Oktober 2026Lenbachhaus eröffnet Ausstellung zu Maria Jarema: Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion
Maria Jarema (1908-1958) konnte vieles: Sie war Bildhauerin und Malerin, sie experimentierte mit Drucktechnik, entwarf Kostüme und Bühnenbilder für Theater und Tanz, war Schauspielerin. Foto: Joachim Skambraks
Mit einer umfassenden Ausstellung würdigt das Lenbachhaus eine der bedeutendsten Künstlerinnen der polnischen Moderne. Ihre eigenwillige künstlerische Formensprache zeugt von Jaremas Vertrautheit sowohl mit der Geschichte der Kunst als auch ihren aktuellen Entwicklungen. Sie kannte die Werke ihrer Zeitgenoss*innen in Warschau, Paris und Moskau. Auch der Münchner Kreis des Blauen Reiter war ihr geläufig. Zu sehen sind beeindruckende Werke aus allen Schaffensphasen Maria Jaremas. Darunter finden sich zahlreiche Gemälde, Monotypien, Skulpturen und Kostüme.

Ab 1949 experimentierte Jarema erstmals mit der Technik der Monotypie. Dabei handelt es sich um ein Druckverfahren, das ein Einzelwerk erzeugt und für das keine Druckpresse notwendig ist. Farbe wird auf eine Glasplatte aufgebracht und das Motiv in die feuchte Farbe geritzt, bevor es schnell auf Papier übertragen wird. In der Komplexität, wie Jarema mit dieser Technik arbeitet, gibt es keine direkte Kontrolle über einen Pinsel oder eine Spachtel. Gleichzeit entstehen faszinierende Werke die ihrer Feinheit ob so wirken, als ob transparente Stoffe übereinanderlegen und bekommen eine Leichtigkeit.

Jarema lebte in Krakau auch während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung durch Nazi-Deutschland, eine Zeit, die für ihr kommunistisches, aber auch anti-stalinistisches Umfeld lebensbedrohlich war.
Die Ausstellung freut sich vom 27. Oktober 2026 bis 25. April 2027 im Lenbachhaus München auf Besucher.
Fotos: Joachim Skambraks
Text: Joachim Skambraks – Chefredakteur Bayern

