Lenbachhaus eröffnet Ausstellung zu Maria Jarema: Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion

28. Oktober 2026

Lenbachhaus eröffnet Ausstellung zu Maria Jarema: Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion

28. Oktober 2026

In My Head – Künstlerische Positionen der Gegenwart im Museum Brandhorst München

LaToya Ruby Frazier - Grandma Ruby und ich, Silbergelatineabzug - Foto: Joachim Skambraks

8 Räume und acht Künstler und Künstlerinnen. Sie spielen nach Ansicht des Museum Brandhorst im aktuellen Kunstgeschehen eine ganz herausragende Rolle. Ziel des Museums ist es, die Sammlung und die Ausstellungen in die Gegenwart weiterzuführen. In „In My Head“ konzentriert man sich bewusst auf Künstlerinnen und Künstler, die die Gegenwartskunst maßgeblich prägen. Insofern soll „In My Head“ in die Zukunft gerichtet sein. Immerhin handelt es sich bei den über 50 Kunstwerken in der Ausstellung fast ausschließlich um Neuankäufe der letzten Jahre. 24 der Werke wurden in den letzten zwei Jahren erworben. 

Hervorzuheben ist ein bemerkenswertes Zitat im Grußwort von Anton Biebl, Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen: 

„Museen sind womöglich die letzten verbliebenen Institutionen des gesellschaftlichen Lagerfeuers.“

Die neue Ausstellung „In My Head“ soll ist eine Einladung sein, einzutauchen in die Imagination, in das ganz persönliche Netzwerk an thematischen Zugängen und Methoden einer Künstlerin oder eines Künstlers. Acht Künstler und Künstlerinnen haben je einen Raum für die Präsentation ihrer Arbeiten: Nicole Eisenman, Jana Euler, Louis Fratino, LaToya Ruby Frazier, Deana Lawson, Martine Syms, Wolfgang Tillmans und Kara Walker.
In der Ausstellung steht Fotografie gleichberechtigt mit anderen künstlerischen Techniken wie Malerei, Skulptur, Scherenschnitt oder grafischen Techniken.

Auf einige der Werke soll hier eingegangen werden:
Bereits im Alter von 19 Jahren beginnt LaToya Ruby Frazier ihr zentrales Werkprojekt The Notion of Family“ (2001-2014, Die Vorstellung von Familie). Schauplatz der langjährig angelegten fotografischen Serie von LaToya Ruby Frazier ist ihre Heimatstadt Braddock in Pennsylvania, die von den Folgen des industriellen Niedergangs tief geprägt ist. Im Zentrum stehen die weiblichen Mitglieder ihrer Familie und verkörpern eine Erfahrung von Enteignung und Beharrungsvermögen, deren Spuren sich tief in die Körper, Gesichter und Haltungen eingeschrieben haben.

Klara Walker – Selbstporträt ohne Titel und Im Rampenlicht – Foto: Joachim Skambraks

Das Bild des Plakatmotivs zeigt ganz außen ein aktuelles Selbstporträt von Kara Walker. In der nächsten Schicht findet man eine Darstellung ihrer Kindheit und ganz innen eine Darstellung ein Embryo. Im Raum, wo dieses Bild hängt, ist direkt daneben eine Zeichnung von Donald Trump positioniert. Und zwar auf einer Bühne, wo er an einer Poledance-Stange einen erbärmlichen Strip hinlegt. 
Kara Walker zählt zu den profiliertesten US-amerikanischen Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr künstlerisches Schaffen fußt auf einem zeichnerischen Ansatz, den sie medienübergreifend in Scherenschnitt, Collage, Animationsfilm, Skulptur und Installation entfaltet. Gerade ihre zeichnerischen Arbeiten sind Ausdruck einer sehr unmittelbaren und schonungslosen Reflexion der politischen und mentalen Verfassung der USA und darüber hinaus.

Deana Lawson – Ms. Bell At Home, 2021 – Foto: Joachim Skambraks

Deana Lawsons Fotografien sind inszeniert, allerdings so, dass bestehende Ordnungen von Blick, Macht und Repräsentation herausgefordert werden. Die Fotografierten blicken intensiv zurück zum Betrachter, werden so aktiv und bauen Spannung auf.

Martine Sims – Fehlgeleiteter Kuss und Stuhl,Stuhl, Lack, Polyestergurt – Die Besucher können sich auf den Stühlen sitzend die Installation auf sich wirken lassen – Foto: Joachim Skambraks

Martine Syms: „Ich glaube, dass Sehen eine Form der Erkenntnis ist.“ Syms untersucht Darstellungen von Schwarzsein in der zeitgenössischen Bildkultur und deren Beziehung zu feministischen und Schwarzen radikalen Denktraditionen. Genauso berücksichtigt sie die Vorstellungen des Selbst in einer von Technologien und Kapitalismus geprägten Wirklichkeit. Ihre kritische Auseinandersetzung gilt dabei den Fragen von Repräsentation und Sichtbarkeit und den ihnen zugrunde liegenden Machtstrukturen.

Mit seiner Skulpturen „Die Sonne“ überführt Louis Fratino zentrale Anliegen seiner Malerei in die Dreidimensionalität. In „Die Sonne“ gestaltet er in Bronze die Darstellung eines nackten jungen Manns, der ganz im Augenblick aufzugehen scheint. Der männliche Akt verkörpert hier Ruhe, Genuss und Hingabe gleichermaßen.

Wolfgang Tillmann zeigt eigene Fotografien, Magazinausschnitte und Fotokopien zu räumlichen Konstellationen zusammen. Seine Bilder befestigt er einfach mit einem Tape direkt auf der Wand.

Fotos: Joachim Skambraks
Text: Joachim Skambraks – Chefredakteur Bayern

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