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13. Mai 2026Carrying – Welche Geschichten tragen Orte (in sich)? – Ausstellung im Museum Brandhorst
Jaune Quick-to-See Smith - Trade Canoe - das Handelskanu als wiederkehrendes Motiv. Foto: Joachim Skambraks
Räume tragen und erzählen Geschichten. Räume erzählen oder dokumentieren auch Identität. Welche Räume erzählen welche Geschichten über welche Menschen? Mit „Carrying“ aktiviert das Museum Brandhorst Räume innerhalb und außerhalb des Hauses. Werke der internationalen Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce besetzen historisch aufgeladene Orte und Bereiche des Museums und im öffentlichen Raum.

An spezifischen Orten wie Cy Twomblys „Lepanto“-Saal oder dem „Türkentor“ begreift „Carrying“ das Museum als einen Resonanzraum, in dem die Institution ihre eigene Geschichte und Identität untersucht – und lokale Ansätze mit globalen Fragestellungen verbindet. Einige der Werke sind anlässlich von „Carrying“ entstanden und stehen in unmittelbarem Austausch mit ihrem Ausstellungsort.

Auf dem Gelände des Museum Brandhorst und des gesamten Kunstareals stand früher die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Diese Geschichten haben sich in Namen wie der „Türkenstraße“ und dem „Türkentor“ eingeschrieben.

Als Teil der Ausstellung (bis zum 8. November 2026) findet ein umfangreiches Programm mit Artist Talks, Dialogformaten, Workshops und Filmprogrammen statt.
Fotos: Joachim Skambraks
Text: Joachim Skambraks – Chefredakteur Bayern

