Neuer Rigoletto an der Bayerischen Staatsoper München
14. März 2026
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14. März 2026

„Zeichen der Zeit“ von Friedemann Gottschald im Neuen Rathaus Bayreuth

Künstler Friedemann Gottschald mit Strukturenfeld

Unter dem Titel „Zeichen der Zeit“ ehrt der Kunstverein Bayreuth den Künstler Friedemann Gottschald mit einer umfassenden Ausstellung in den Räumen des Neuen Rathauses in Bayreuth. Sein Werk lebt von Farben, Formen und dem Dialog der unterschiedlichen Materialien, die ihre eigene Poetik gestalten. Der Besucher wird eingeladen, seine eigene nachhaltige Begegnung mit den Geschichten zu erleben, die seine Zeichnungen, Holzschnitte und Collagen erzählen.

Friedemann Gottschald – Schrottplatz – Mischtechnik 1986

Bereits Anfang der 80er Jahre begann er mit Zeichnungen. Seine exakte Strichführung mit Bleistift oder Grafit bringt emotionale Momente hervor. Die großformatigen Zeichnungen leben davon, dass sie zum Teil sehr detailorientiert und realistisch wirken. Gleichzeitig setzt er durch sehr dunkle Strichführung fast bedrohliche Ansichten. Andererseits entstehen durch das Weglassen von einzelnen Flächen neue Kontraste und eine Leichtigkeit. So setzt er deutliche Punkte für eine Fokussierung der Wahrnehmung des Betrachters. Hier zeigt sich sein feines Auge und ein guter Sinn für Gestaltung und Dramaturgie im Bild.

Friedemann Gottschald – Holzprotokolle – Farbholzdruck

Die Holzschnitte wirken durch Gestaltung und Farbigkeit. Die Auswahl der Materialien und Farben sind sehr sorgsam bedacht. Im gleichen Zug entstehen durch viele Variationen von Anordnung spannende Kombinationen und Zusammenstellungen. Es ist immer die Spannung zwischen Harmonie und Gegensatz, die seine Kunstwerke besonders betrachtenswert machen. Die Holzschnitte sind sehr ästhetisch und auf den zweiten Blick sieht man die zerstörerische Gewalt, mit der Gottschald teilweise das Holz bearbeitet hat.

Friedemann Gottschald – Überschneidungen – Farbholzdruck

Sinnlicher wirken die Collagen. Er löst alte Tapeten von Wänden, sichert Rupfen aus Zwischenwänden, findet Verdunklungspapier und alte Handschriften. Diese kombiniert er zu neuen, interessanten Bildern und setzt weitere Akzente mit Farbe und Pinsel. So lässt  sich die eine oder andere Geschichte der Erlebnisse dieser Materialien erahnen. Auch hier wird die zu vermutende Langeweile der Harmonie gekonnt mit Kontrapunkten und bewusst gesetzten Kontrasten gebrochen. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2026 im Neuen Rathaus Bayreuth zu sehen.

Fotos: Joachim Skambraks
Text: Joachim Skambraks – Chefredakteur Bayern

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